WWF – World Wildlife Fund for Nature (Welt-Naturstiftung)
Jedem ist das Logo bzw. das Wappentier „Panda“ dieser, am 29.04.1961 von 16 Wissenschaftlern, Politikern und Geschäftsleuten mit dem „Manifest des Morgens“ in der Schweiz gegründeten gemeinnützigen Organisation (damals noch Word Wildlife Fund, seit 1986 World Wildlife Fund for Nature) bekannt. Der Grundgedanke war, durch einen Zeitungsartikel die Menschen wachzurütteln, um durch Geldspenden bedrohte Nashörner, Galapagos-Schildkröten und Antilopen zu retten. Es gelang der Umweltstiftung WWF während der ersten drei Jahren ihres Bestehens etwa 3,9 Millionen Euro Spendengelder aus aller Welt zu sammeln, die dann gezielt an Natur- und Tierschutzorganisationen weitergeleitet werden konnten.
Über die Organisation
Heute gehört die Organisation (Stiftung) mit rund 5 Millionen Mitgliedern in etwa 100 Ländern, zu den größten Natur- und Umweltschutzorganisationen der Welt. Die internationale Zentrale befindet sich in Gland unweit des Genfer Sees in der Schweiz. Gegenwärtig gibt es in 58 Ländern der Welt WWF-Büros. Der WWF als Naturschutzorganisation finanziert sich ausschließlich über Spenden, Beiträge der Mitglieder, Zuwendungen und über das Stiftungsvermögen – 2006 konnten mit etwa 374 Millionen Euro zahlreiche Natur- und Umweltschutzprojekte finanziert und unterstützt werden.
Die WWF Stiftung in Deutschland (Umweltstiftung WWF Deutschland – Stiftung für den Schutz der biologischen Vielfalt und der natürlichen Umwelt) wurde 1963 gegründet, Gründungsmitglieder waren u.a. der Zoologe und Tierfilmer Bernhard Grzimek (24.04.1909 – 13.03.1987), Eugen Gerstenmaier (Bundestagspräsident, 25.08.1906 – 13.03.1986) und Gerhard Stoltenberg (Bundesminister, 29.09.1928 – 23.11.2001). Sitz der deutschen Stiftungs-Zentrale ist in Berlin. Darüber hinaus gibt es noch eine Vertretung in Frankfurt/Main sowie Fachbereiche in Hamburg (Zentrum für Meeresschutz) und Mölln (Fachbereich Naturschutz-Flächenmanagement) und drei Projektbüros, die sich in Stralsund (Ostsee), Husum (Wattenmeer) und Dessau (Mittlere Elbe) befinden.
Ziele, Projekte und Erfolge
Ziel der Tätigkeit der WWF ist der “Naturschutz für und mit dem Menschen”, das heißt es geht um den Schutz, die Erhaltung und die Förderung der Nachhaltigkeit der biologischen Vielfalt aller Lebensräume und Arten. Dazu gehört auch, dass mit den natürlichen und erneuerbaren Ressourcen sparsam umgegangen und bestehendes verschwenderisches Konsumverhalten (Energie und natürliche Ressourcen) verändern wird. Der WWF sieht seine Aufgabe nicht in der Konfrontation oder Polarisierung sondern in der Überzeugungsarbeit, in der Kooperation mit Wirtschaft, Industrie und Politik und vor allem in der Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort, in der finanziellen und fachlichen Unterstützung und Beratung sowie in der Einrichtung von Natur- und Tierschutzgebieten weltweit.
Anfänglich lag der Fokus des WWF auf der Erhaltung und dem Schutz gefährdeter Arten. In den 1970er Jahren beschäftigte man sich immer mehr mit Ursachen, Problemen und Verhinderung der Naturzerstörung, um die biologische und genetische Vielfalt (Biodiversität) von Flora und Fauna für die Funktion der Ökosysteme zu erhalten. Der WWF konzentrierte sich dabei vorwiegend auf die Flüsse, Meere, Seen, Küsten- und Feuchtgebiete und auf die verschiedenen Waldökosysteme. Ein große Aufgabe sieht der WWF in der Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit sowie in der politische Lobbyarbeit, um sowohl die Bevölkerung als auch Wirtschaft, Wissenschaft, Industrie und Politik zu sensibilisieren, wenn es um bedrohte Tier- und Pflanzenarten oder, wenn es um Umweltverschmutzung und Verschwendung natürlicher Ressourcen geht, um sie in Projekte für deren Schutz und Verhinderung einzubinden. Ziel ist es, das Mensch und Natur, auch über Generationen hinweg, im Einklang auf unserer Erde leben können.
In der 50-jährigen Geschichte konnte der WWF sich an der Errichtung bzw. Ausweisung von mehr als dreihundert Schutzgebieten und vielfältigen Projekten weltweit beteiligen. Solche Projekte wie die Erhaltung des sibirischen Tigers, der Nashörner, des großen und des roten Pandas oder die Einrichtung von Schutzgebieten in der Ostsee, im Wattenmeer, in den Gewässern vor der Küste Westafrikas und im Nordostatlantik oder die Renaturierung verschiedener europäischen Flussauen (Donau, Elbe, Oder und Rhein) oder am sibirischen Amur oder in den Sumpfgebieten des Amazonas und den einzigartigen Mangrovenwäldern – insgesamt konnten durch den WWF mehr als zwei Millionen Quadratkilometer geschützter Lebensraum für Tiere und Pflanzen (u.a. in Nationalparks und Naturschutzgebiete) geschaffen werden.
Gegenwärtig unterstützt der WWF weltweit mit ca. 4.000 Mitarbeitern etwa 2.000 Projekte des Naturschutzes, wo vor Ort die Menschen (in Zentralafrika mit einheimischen Baka-Pygmäen) in die Arbeit einbezogen werden, um sie für das Anliegen zu sensibilisieren, so dass die Projekte dort erfolgreich weitergeführt werden können.
Photo: David Davis – Fotolia
Greenpeace – im Dienst der Natur und Umwelt
Friedensaktivisten, Pazifisten und Atomkraftgegner (Don’t Make a Wave Committee) gründeten am 15.09.1971 in Vancouver (Kanada) die überparteiliche und unabhängige Umweltschutzorganisation „Greenpeace“ (grüner Frieden) als gemeinnützige Organisation, um gewaltfrei gegen die Atomwaffentests der USA auf Amchitka (Insel im Südwesten Alaskas) aufzutreten und diese Versuche zu stoppen.
Die Anfänge
Zu den Gründern gehören unter anderem der aus Island stammende Irving Stowe (25.07.1915 – 28.10.1974) Anwalt und Visionär, der amerikanische Ingenieur Jim Bohlen (04.07.1926 – 05.07.2010), der nach Kanada emigrierte, der kanadische Umweltschützer Bob Hunter (13.10.1941 – 02.05.2005) und der junge Anwalt und Segler Paul Cote (geb. 28.01.1944). Erster Vorsitzender von Greenpeace war der kanadische Journalist Bennett Metcalfe (31.10.1919 – 14.10.2003).
Die kanadische Initiative und Aktionen sowie der Druck der Öffentlichkeit (Boykott-, Streikaufrufe und Demonstrationen) haben weltweit für Aufmerksamkeit und Unterstützung gesorgt und dazu geführt, dass die amerikanischen Atomtests eingestellt wurden.
Nach der Gründung von Greenpeace wurden weltweit Anti-Atom-Gruppen gebildet, die sich dann 1979 zur Greenpeace International (Stiftung mit Niederländischem Recht – Hauptsitz ist in Amsterdam) formierten und heute in über 41 Ländern der Erde nationale und regionale Geschäftsstellen unterhalten. Greenpeace hat heute mehr als 2,8 Millionen Fördermitglieder, die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und gegen Umweltverschmutzung und Klimaveränderungen einsetzen. In Deutschland wurde die Organisation am 18.11.980 in Bielefeld gegründet (eine Gedenktafel in der Jöllenbecker Straße 1 erinnert an die Vereinsgründung), deren Länderbüro sich seit 1981 in Hamburg befindet. Zu den ersten Aktivisten gehören u. a. Gerhard Dunkel, William Parkinson und Dirk Rehrman.
Aktionen und Tätigkeitsschwerpunkte
Die neu gegründete Greenpeace Organisation richtete den Focus ihrer Aktionen auf die Verhinderung und Vereitelung der amerikanischen Atomtests, später kamen noch weitere Themengebiete und spektakuläre Aktionen dazu, die die Organisation weltweit bekannt gemacht hat. Mit den Aktionen setzten und setzen sich die Aktivisten persönlich für die Aufdeckung von Umweltsünden und Missständen in der Welt ein und konfrontieren durch ihren öffentlichen Druck die Verantwortlichen von Industrie und Politik, sich damit bewusst auseinanderzusetzen und Abhilfe zu schaffen bzw. für den Umweltschutz usw. aktiv zu sorgen. Die gewaltfreie und direkte Konfrontation mit den Umweltsündern, die Polarisierung, die große mediale Aufmerksamkeit und Inszenierung, verbunden mit den spektakulären, zum Teil auch rechtswidrigen und gefährlichen Aktionen, steht bei allen gezielten Strategien und Handlungen, die unter und auf dem Wasser, am Boden, Gebäuden und Industrieanlagen, in der Luft oder in Konferenzsälen (z. B. als Berater bzw. Beobachter in der UN-Vollversammlung und im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen sowie die Teilnahme an weltweiten Umweltkonferenzen) stattfinden, im Mittelpunkt, um die Öffentlichkeit für die Umweltproblematik zu sensibilisieren und „wachzurütteln“.
Neben dem Kampf gegen Atomtests kamen weitere Schwerpunkte und zentrale Themen hinzu, wie die biologische Vielfalt (Biodiversität), der Artenschutz von gefährdeten und schützenswerten Tieren und Pflanzen (zur Erhaltung der Artenvielfalt – gegen Vernichtung und Zerstörung aller Arten von Wäldern sowie der Schutz der Meere und Ozeane), die gesamte Problematik der globalen Erwärmung, der Gentechnik und -technologie (incl. der Biopatente) und der Chemie mit ihren Produktionsanlagen bis hin zur den Umweltgiften. Greenpeace sieht jedoch in solchen Themen- und Schwerpunktgebieten des Umweltschutzes, wie Hausmüll und Verkehr keine nennenswerten Aufgaben.
Erfolge von Greenpeace
In der 40-jährigen Geschichte erzielte Greenpeace weltweit Erfolge. Durch das Engagement, die Aktionen und auch durch die Zusammenarbeit mit Industrie, Wirtschaft und Politik auf nationaler und internationaler Ebene konnte, wie schon erwähnt, der Stopp der Atomtests (z. B. auf Amchitka und Mururoa), der Stopp (im Rahmen der EU) gegen Robbenfellimporte, das Walfangmoratorium u. a. Gesetze gegen die Verschmutzung und zum Schutze der Meere, der Antarktis-Vertrag, die Verhinderung der Verklappung chemischer Giftstoffe (Dünnsäure – 1989) und die Giftmüllverbrennung (1990) in der Nordsee sowie der Giftmüllexporte, die gesetzliche Einführung des bleifreien Benzins (1985-1988), Gründung einer eigenen Agentur zur Erzeugung umweltfreundlichen Stroms (Greenpeace Energy) oder das Drei-Liter-Auto „Smile“ vorgestellt werden, um nur einige zu nennen.
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