Greenpeace – im Dienst der Natur und Umwelt
Friedensaktivisten, Pazifisten und Atomkraftgegner (Don’t Make a Wave Committee) gründeten am 15.09.1971 in Vancouver (Kanada) die überparteiliche und unabhängige Umweltschutzorganisation „Greenpeace“ (grüner Frieden) als gemeinnützige Organisation, um gewaltfrei gegen die Atomwaffentests der USA auf Amchitka (Insel im Südwesten Alaskas) aufzutreten und diese Versuche zu stoppen.
Die Anfänge
Zu den Gründern gehören unter anderem der aus Island stammende Irving Stowe (25.07.1915 – 28.10.1974) Anwalt und Visionär, der amerikanische Ingenieur Jim Bohlen (04.07.1926 – 05.07.2010), der nach Kanada emigrierte, der kanadische Umweltschützer Bob Hunter (13.10.1941 – 02.05.2005) und der junge Anwalt und Segler Paul Cote (geb. 28.01.1944). Erster Vorsitzender von Greenpeace war der kanadische Journalist Bennett Metcalfe (31.10.1919 – 14.10.2003).
Die kanadische Initiative und Aktionen sowie der Druck der Öffentlichkeit (Boykott-, Streikaufrufe und Demonstrationen) haben weltweit für Aufmerksamkeit und Unterstützung gesorgt und dazu geführt, dass die amerikanischen Atomtests eingestellt wurden.
Nach der Gründung von Greenpeace wurden weltweit Anti-Atom-Gruppen gebildet, die sich dann 1979 zur Greenpeace International (Stiftung mit Niederländischem Recht – Hauptsitz ist in Amsterdam) formierten und heute in über 41 Ländern der Erde nationale und regionale Geschäftsstellen unterhalten. Greenpeace hat heute mehr als 2,8 Millionen Fördermitglieder, die sich für die Erhaltung der biologischen Vielfalt und gegen Umweltverschmutzung und Klimaveränderungen einsetzen. In Deutschland wurde die Organisation am 18.11.980 in Bielefeld gegründet (eine Gedenktafel in der Jöllenbecker Straße 1 erinnert an die Vereinsgründung), deren Länderbüro sich seit 1981 in Hamburg befindet. Zu den ersten Aktivisten gehören u. a. Gerhard Dunkel, William Parkinson und Dirk Rehrman.
Aktionen und Tätigkeitsschwerpunkte
Die neu gegründete Greenpeace Organisation richtete den Focus ihrer Aktionen auf die Verhinderung und Vereitelung der amerikanischen Atomtests, später kamen noch weitere Themengebiete und spektakuläre Aktionen dazu, die die Organisation weltweit bekannt gemacht hat. Mit den Aktionen setzten und setzen sich die Aktivisten persönlich für die Aufdeckung von Umweltsünden und Missständen in der Welt ein und konfrontieren durch ihren öffentlichen Druck die Verantwortlichen von Industrie und Politik, sich damit bewusst auseinanderzusetzen und Abhilfe zu schaffen bzw. für den Umweltschutz usw. aktiv zu sorgen. Die gewaltfreie und direkte Konfrontation mit den Umweltsündern, die Polarisierung, die große mediale Aufmerksamkeit und Inszenierung, verbunden mit den spektakulären, zum Teil auch rechtswidrigen und gefährlichen Aktionen, steht bei allen gezielten Strategien und Handlungen, die unter und auf dem Wasser, am Boden, Gebäuden und Industrieanlagen, in der Luft oder in Konferenzsälen (z. B. als Berater bzw. Beobachter in der UN-Vollversammlung und im Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen sowie die Teilnahme an weltweiten Umweltkonferenzen) stattfinden, im Mittelpunkt, um die Öffentlichkeit für die Umweltproblematik zu sensibilisieren und „wachzurütteln“.
Neben dem Kampf gegen Atomtests kamen weitere Schwerpunkte und zentrale Themen hinzu, wie die biologische Vielfalt (Biodiversität), der Artenschutz von gefährdeten und schützenswerten Tieren und Pflanzen (zur Erhaltung der Artenvielfalt – gegen Vernichtung und Zerstörung aller Arten von Wäldern sowie der Schutz der Meere und Ozeane), die gesamte Problematik der globalen Erwärmung, der Gentechnik und -technologie (incl. der Biopatente) und der Chemie mit ihren Produktionsanlagen bis hin zur den Umweltgiften. Greenpeace sieht jedoch in solchen Themen- und Schwerpunktgebieten des Umweltschutzes, wie Hausmüll und Verkehr keine nennenswerten Aufgaben.
Erfolge von Greenpeace
In der 40-jährigen Geschichte erzielte Greenpeace weltweit Erfolge. Durch das Engagement, die Aktionen und auch durch die Zusammenarbeit mit Industrie, Wirtschaft und Politik auf nationaler und internationaler Ebene konnte, wie schon erwähnt, der Stopp der Atomtests (z. B. auf Amchitka und Mururoa), der Stopp (im Rahmen der EU) gegen Robbenfellimporte, das Walfangmoratorium u. a. Gesetze gegen die Verschmutzung und zum Schutze der Meere, der Antarktis-Vertrag, die Verhinderung der Verklappung chemischer Giftstoffe (Dünnsäure – 1989) und die Giftmüllverbrennung (1990) in der Nordsee sowie der Giftmüllexporte, die gesetzliche Einführung des bleifreien Benzins (1985-1988), Gründung einer eigenen Agentur zur Erzeugung umweltfreundlichen Stroms (Greenpeace Energy) oder das Drei-Liter-Auto „Smile“ vorgestellt werden, um nur einige zu nennen.
Foto von Grischa Georgiew – Fotolia
