Waldschutz – im Einklang mit Natur, Mensch und Tier
Wälder, egal aus welcher Sicht betrachtet, sind in ihrer Schönheit und Vielfältigkeit etwas Wunderbares. Sie bieten den Naturwissenschaftlern Untersuchungsobjekte, was mit den verschiedenen Disziplinen, wie z. B. dem Waldbau, dem Waldschutz, der Bodenkunde, der Standortslehre, Forstbotanik, -zoologie, nutzung und -technik, der Forsteinrichtung und ökonomie, der Pflanzen- und Holzchemie, die wertvolle und neue Erkenntnisse versprechen.
Nutzen der Wälder
Für die Wirtschaft bilden die Wälder, mit ihren nachwachsenden Rohstoffen, eine neue bedeutende Rolle. Gleichzeitig tragen die Wälder und deren Waldschutz zum Schutz und zur Regulierung unserer Umwelt (Ökosystem) und des Wasserhaushaltes bei. Aber auch für Erholungssuchende bieten unsere Wälder eine Oase zur Entspannung und der Ruhe. Künstlern gelingt es aus der Vielfältigkeit des Waldes, mit seiner Mannigfaltigkeit seiner Farben und Formen, seiner Fauna und Flora, sich Inspirationen für ihr Schaffen zu holen.
Als Wald versteht bzw. definiert man alle mit Forstpflanzen bestockte Grundflächen – ein Pflanzenformation, die im Wesentlichen aus der Vergesellschaftung von Bäumen besteht, die eine bestimmte Flächenausdehnung und Höhe heben, um ein typisches Waldklima zu schaffen. Zum Wald gehören auch alle Kahlflächen, Lichtungen, Waldwege, -wiesen, Holzlagerplätze, Wildäsungsstellen, Sicherungsstreifen u. dgl. mehr, die es vor schädigenden Einflüssen durch den Waldschutz zu sichern gilt.
Abiotische und pflanzliche Waldschäden
Waldschutz als fachwissenschaftliche Disziplin der Forstwirtschaft beschäftigt sich in Lehre und Forschung mit Ursachen, Erscheinungsformen und Bekämpfungsmaßnahmen der Waldschädigungen, wie beispielsweise Frost, Sturm, Waldbrand, Trockenheit und Waldsterben durch Schadstoffe (abiotische Schadensursachen) oder Wildverbiss, Schadinsekten (Borkenkäfer – Buchdrucker, Kupferstecher; Schwammspinner, Eichenwickler), Mäuse und Pilzkrankheiten (pflanzliche Schadensursachen).
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2011 zum Jahr der Wälder bestimmt. Das Motto „Wälder für Menschen“ macht die Bedeutung des Waldes für Mensch aber auch für die Tier, Pflanzen sowie die gesamte Umwelt im Ökosystem deutlich. Im Rahmen des Waldschutzes werden gezielt Maßnahmen und Aktionen durchgeführt, um eine nachhaltige Waldwirtschaft zu erreichen. Eine der wichtigsten Methoden des Waldschutzes ist der Pflanzenschutz. Abgestimmte Verfahren (toxikologische, ökologische und wirtschaftliche) sind dabei so anzuwenden, dass die Schadorganismen niedrig gehalten (Schadschwelle) werden. Abiotische Schäden sind durch den Waldschutz der Menschen nicht unmittelbar sondern nur mittelbar durch gezielte waldbauliche Maßnahmen beeinflussbar. Schäden, die durch die forstwirtschaftliche Nutzung entstehen, können durch gut ausgebildete Mitarbeiter begrenzt bzw. minimiert werden.
Waldschutz als Schutz vor biotischen und abiotischen Schäden
Der Waldschutz bietet im Schutz vor biotischen Schäden verschiedenen Maßnahmen und Verfahren an, wie physikalische, chemische, biologische und biotechnische. Zum physikalischen Waldschutz gehören die Entrindung der geschlagenen Bäume bzw. des geschlagenen Holzes und deren Nasslagerungen, die Einzäunungen und der Schutz der jungen Bäume und Aufforstungsflächen. Der Einsatz von Pestiziden gegen Schadinsekten ist ein Verfahren des chemischen Waldschutzes. Biologischer Waldschutz zielt zum einen auf den Förderung und Einsatz von Lebewesen (Nutzorganismen, wie Ameisen, Vögel, Fledermäuse usw.) z. B. bei Totholz. Zum anderen gehören gentechnisch veränderte Organismen und deren Einsatz zu den biologischen Waldschutzverfahren. Biotechnischer Waldschutz konzentriert sich auf den Einsatz physikalischer Reize, um z. B. durch Wildreflektoren Bäume vor dem Wildverbiss zu schützen. Zum Forst- und Waldschutz gehört auch die Hege und Pflege des Wildes und deren gesunde Bestandsregulierung, um u. a. auch die Bestandsbegründung der Naturverjüngung zu schützen. Die Wild-Bestandsregulierung ist jedoch kein Kernthema des Waldschutzes.
Wie bereits erwähnt, kann ein abiotischer Schutz des Waldes, vor allem durch gezielte Waldbau-Maßnahmen vorbeugend gesichert werden. Warnungen und eine gute Öffentlichkeitsarbeit helfen beispielsweise bei Waldbrandgefahren. Symptome der Immissionsschäden können u. a. durch solche Waldschutz-Maßnahmen, wie Kalkungen bekämpft werden.
Umsetzung des Waldschutzes
Waldschutz kann nur im Dialog mit der Forstwirtschaft erfolgen, um eine nachhaltige Waldwirtschaft auch über Generation hinweg zu sichern, da unsere Wälder einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, z. B. speichern die deutschen Wälder 1,2 Milliarden und die Waldböden 1 Milliarde Tonnen Kohlenstoff. Die Sicherung der weltweiten Klimaschutzfunktion der Wälder steht im Fokus der regelmäßig stattfindenden Klimakonferenzen und -verhandlungen. Um diesen Aspekten des Klimaschutzes auch weiterhin gerecht werden zu können, wird der Waldschutz von geschultem Personal des gehobenen Forstdienstes (Revierleiter) oder auch von Forstschutzbeauftragten durchgeführt, die im Revier bzw. Forstbezirk Befugnisse zur Umsetzung und Kontrolle haben. Gesetzliche Grundlage bildet das Bundeswaldgesetz zur Erhaltung des Waldes und der Förderung der Forstwirtschaft – in den Ländern sind es zudem noch die Landeswaldgesetze.
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