Gewässerschutz dient dem ökologischen Gleichgewicht
Im Ökosystem bilden die Gewässer wichtige Bestandteile und dienen Tieren und Pflanzen als Lebensraum. Gewässer, zu denen alle ober- und unterirdisch fließenden und stehenden Wasser (z. B. Bäche, Flüsse, Kanäle, Ströme, Teiche, Weiher, Seen, Meere, Ozeane usw. – mit Süß- oder Salzwasser) auf unserem Erdball zählen, haben aber auch zur Trink- und Brauchwasserversorgung, Energieerzeugung, als Verkehrs- und Transportwege, zur Abwasserentsorgung und für die Freizeitgestaltung wichtige Aufgaben und Funktionen zu erfüllen.
Die Bedeutung von Gewässerschutz
Um gesunde Gewässer im Wasserkreislauf und im Ökosystem zu sichern, und um eine Biodiversität zu erhalten, ist es erforderlich, dass Gewässerschutz ergänzend und unterstützend mit dem Naturschutz betrieben wird. Auf regionaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene gibt es jeweils gesetzliche Grundlagen und Richtlinien, die den Gewässerschutz regeln. Dazu gehören z. B. in Deutschland das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und –wegerecht, die Abwasserverordnung, die Badegewässerrichtlinie, das Infektionsschutzgesetz (bei Trinkwasser) das Abwasserabgabengesetz sowie das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz. Die Bundesregierung arbeitet bei der Umsetzung der Vorschriften mit den einzelnen Ländern eng zusammen, dennoch obliegt es den Ländern, die rechtlichen Regularien länderspezifisch zu ergänzen und umzusetzen bzw. zu vollziehen.
Ziele des Gewässerschutzes
Der Gewässerschutz lässt sich grundsätzlich in zwei Schwerpunkte gliedern. Zum einen beschäftigt sich der Gewässerschutz im Rahmen des Umweltschutzes, das heißt, dass dadurch naturnahe bzw. natürliche Gewässer, im guten ökologischen Zustand, als Lebensraum für Flora und Fauna gesichert werden. Zum anderen geht es beim Gewässerschutz um den Schutz und den nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang und der Bewirtschaftung mit der wertvollen Ressource Wasser, um auch in der Zukunft noch genügend sauberes Wasser zu haben.
Belastungssituationen der Gewässer, die den Gewässerschutz erfordern
In den vergangenen 25 bis 30 Jahren konnten im Gewässerschutz respektive der Reinhaltung der Gewässer u. a. auch mit wirtschaftlichem und technologischem Aufwand bereits gute Erfolge erzielt werden. Dennoch gibt es auch heute noch auf dem Gebiet des Gewässerschutzes große Anstrengungen zu unternehmen, um die Belastungen und die technischen Eingriffe, die sich negativ auf die Gewässer und die Landschaften auswirken, zu minimieren.
Vor allem sind solche Belastungs- bzw. Gefährdungssituationen, die sich durch Stoffeinträge oder durch wasserbauliche Veränderungen bzw. Eingriffe, wie Veränderung der Gewässerläufe bzw. –strukturen usw. ergeben, eine Herausforderung und Gegenstand des Gewässerschutzes.
Das Abwasser, was sowohl in den Haushalten als auch in allen Bereichen der Industrie und den Gewerbebetrieben anfällt, enthält belastende Stoffeinträge, die die Nutzung des Wassers für Flora und Fauna und zur Trinkwasserversorgung negativ beeinflussen. Aber auch die Schifffahrt hat einen erheblichen Anteil an der Einleitung gefährdender Stoffe (z.B. Öle oder toxische Stoffe) in unsere Gewässer. Als Maßnahme des Gewässerschutzes zur Reinigung des Wassers sind vor allem moderne Kläranlagen und spezielle Abwasserbehandlungsverfahren (biologische, chemische, physikalische) in der Industrie, um die Schadstoffe sedimentieren zu können.
Ergebnisse dokumentieren, dass wasserbauliche Eingriffe in die Gewässerstrukturen, wie Verlegung bzw. Begradigungen von Flussverläufen, Schaffung von entsprechenden Fahrwassertiefen, harte Uferbefestigungen oder Absenkungen der Wasserstände usw. nachhaltige Folgen haben können. Dadurch werden nicht nur wichtige Habitate in den Gewässern zerstört bzw. zurückgedrängt, sondern es sind schwere Eingriffe bzw. eine menschliche Eroberung oder Unterdrückung der Natur mit seinen natürlichen Flora- und Fauna-artenreichen Fluss-, Ufer und Auenlandschaften usw. Hier ist vor allem der Gewässerschutz gefragt, der nicht in Konkurrenz zum Naturschutz tätig wird und naturnahe, eigendynamische Gewässersysteme, Überschwemmungsflächen und Retentionsräume fördert und schützt und auch vorbeugend tätig wird. Dazu gehören auch die Sicherung des Grund- und Trinkwassers und der Wasserschutzgebiete. Bei der Umsetzung sind alle Bereiche aus Politik, Gesellschaft, Industrie, Verkehr, Landwirtschaft, der Raum- und Siedlungsordnung gefragt, denn der ökologisch, technisch und ökonomisch effiziente Gewässerschutz mit seinen wasserwirtschaftlichen Strategien steht im Mittelpunkt des Natur- und Umweltschutzes und der Umweltpolitik zur Sicherung des ökologischen Gleichgewichtes.
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Verschmutzung der Meere – eine Lebensbedrohung für Menschen, Pflanzen und Tiere
All unsere Leben entstammt aus dem Meer. Mikroorganismen (Algen) bilden die Basis des Nahrungssystems im Meer. Aus den einzelligen Algen entwickelte sich das Leben auf unserem Erdball.
Durch die Mikroorganismen wird ein Teil des Sauerstoffs produziert.
Nutzen der Meere
Das Phyto-Plankton (pflanzliches Plankton), das als Nahrungsgrundlage von Muscheln, Fischen und anderen Wassertieren dient, hat die Eigenschaft, 50% des Atemsauerstoffs der Erde zu produzieren. Das bedeutet, dem Meer verdanken wir jeden zweiten Atemzug.
Auch heute noch ist das Meer Quell unseres Lebens, denn es versorgt uns mit Nahrung, Wasser und Energie (Nutzungs- und Produktionsfunktionen). Ohne das Meer bzw. das Wasser ist ein Leben auf der Erde nicht möglich. Die Meere nehmen mit ihren Regulationsfunktionen eine ganz zentrale Rolle im Ökosystem der Erde ein. Daher ist die Erhaltung der Meere ein lebensnotwendiges und lebenserhaltendes Anliegen der Menschheit.
Auf dem Erdball haben die Meere mit 97,3 % den größten Wasseranteil. Das Wasser der Meere besteht vorwiegend aus Kochsalz (NaCl – Natriumchlorid), Magnesiumchlorid (MgCl2), Kohlendioxid (CO2) und aus Sauerstoff (O).
Störung des ökologischen Gleichgewichtes
Durch das natürliche gesunde Nahrungssystem in den Meeren befinden sich diese im ökologischen Gleichgewicht. Werden jedoch Schad- und Giftstoffe in die Meere geleitet, kommt es zur Verschiebung und Störung des Gleichgewichtes, was zum Sterben der Mikroorganismen, der Tiere und Pflanzen im, auf und am Meer (Küstenregionen) führen kann.
Eine Verschmutzung der Meere erfolgt vorwiegend durch menschliche Aktivitäten, über verunreinigte Flüsse, die in die Meere münden, über Verklappungen auf offener See, Sprengungen, Schiffsunfälle und Tankreinigungen, direkte Einleitungen in das Meer, Entsorgung (Plastik usw.) und Verbrennung von Müll auf dem Meer. Aber auch die Schadstoffe, die über die Atmosphäre (z. B. saurer Regen) in die Meere kommen, haben einen wesentlichen Anteil. Bei der Verschmutzung der Meere gelangen etwa 44% der Verunreinigungen (Schadstoffe) vom Land in die Meere, die Schiffe bzw. der Schiffsverkehr verursacht etwa 12% und über die Atmosphäre kommen 33% der Verunreinigung bzw. der Schadstoffe in das Meer.
Nicht abbaubare Schwermetallabfälle, Industrie- und Haushaltsabwässer, radioaktive Stoffe, Pestizide, Öle und andere organische Verbindungen, schädigen bzw. stören das ökologische Gleichgewicht der Meere und den gesamten Öko-Kreislauf.
Arten und Auswirkungen der Verschmutzung der Meere
Die in das Meer gelangten Schadstoffe haben unterschiedlich schädigende Wirkungen auf das Ökosystem Meer. Durch die Anreicherung der Meere, zum Beispiel durch direkte Einleitung von Abwässern mit erhöhtem Phosphatgehalt (Waschmittelrückstände und Dünger) kommt es zum verstärkten Wachstum bzw. Vermehrung der Algen und Algenblüte und somit zur erhöhten Sauerstoffanreicherung (Übersättigung). Für das Absterben wird der Sauerstoff verbraucht, so dass der Sauerstoffgehalt auf ein geringes Niveau abfällt, die Lebensräume unter Wasser sind totgeweiht. Schadstoffe aus Industrieabwässern beeinflussen die Lage in den Meeren ebenfalls negativ, da auch hier Sauerstoff für den Abbau benötigt wird.
Ein nachhaltige Schädigung und Verschmutzung der Meere erfolgt durch die radioaktive Vergiftung bzw. Verseuchung. Einige Zonen im Meer sind immer noch von den verschiedenen Atomtests der letzten Jahrzehnte belastet und andere werden heute durch verschiedene Atomkraftwerke, Wiederaufbereitungsanlagen (La Hague, Sellafield) und durch die katastrophalen Tsunami Atomreaktorunfälle in Japan und deren radioaktiven Abfälle bzw. Verseuchung vergiftet, so dass hier kein Leben mehr möglich ist. Radioaktive Stoffe (Plutonium, Kobalt, Cäsium) sind nicht abbaubar sondern strahlen über Jahrtausende.
Die Verschmutzung der Meere mit Chemikalien ist eine Gefahr für den gesamten Öko-Kreislauf. Vor allem die persistenten organischen Schadstoffe (POPs) sind Giftstoffe, chemische Substanzen wie Pestizide, Dioxine und polychlorierte Biphenyle, die nicht abbaubar sind. Sie werden von den Lebewesen aufgenommen und können nicht nur das Leben im Meer sondern auch das Leben der Tiere und Menschen auf dem Festland nachhaltig schädigen – sie führen u. a. zu Schädigungen bzw. Störungen des Immun- und Hormonsystems, und Entwicklung bei Kindern und zu Krebs.
Seit 1990 ist in Deutschland die Verklappung von Dünnsäure in die Nord- und Ostsee verboten, jedoch erfolgt im Ausland, wo es keine durchgängigen Verbote gibt, immer noch die Verklappung. In das Meer geschwemmte Schwermetalle, wie Chrom, Blei, Cadmium, Kupfer und Quecksilber sind Abfallprodukte des Metallabbaus und der Industrie. Die Schad- und Giftstoffe lagern sich in den Organismen ein und führen zu Vergiftungen und Krankheiten, so dass der menschliche Verzehr von Pflanzen und Tieren aus dem Meer unmöglich wird.
Deutliche und sichtbare Umweltschäden und Verschmutzung der Meere treten immer wieder durch Tankerunfälle, Unfälle auf Bohrinseln und Tankreinigungen auf und führen zu langfristigen Schäden des Ökosystems. Der Ölfilm ist eine gravierende Verschmutzung der Meere; es wird der Gasaustausch zwischen Meer und Luft unterbrochen – es kommt zur Erstickung der Pflanzen und Tiere im Meer, die Vögel sind durch das Verkleben der Federn flugfähig.
Plastik- und anderer Zivilisationsmüll, der auf dem Meer entsorgt wird, gestaltet sich zur schwimmenden Müllhalde und immer mehr zur Umweltgefahr und zur Verschmutzung der Meere. Tier nehmen die umher schwimmenden Teilchen als Nahrung auf, verheddern sich darin und verenden qualvoll. Aber auch der Massentourismus in den Küstenregionen und auf den Meeren sorgt für eine Schädigung des Ökosystems und Verschmutzung der Meere.
Maßnahmen zur Sicherung des Ökosystems
Das Meer mit seinen Wassermengen vermag es nicht, die Verschmutzungen und Schadstoffe abzubauen. Daher gibt es weltweit viele Aktionen, wie zum Beispiele von Greenpeace und der WWF, gegen die Verschmutzung der Meere vorzugehen. Aber auch jeder Einzelne hat durch seine verantwortungs- und umweltbewusste Lebensweise die Möglichkeit, einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der marinen Lebewesen, ihre Habitate und gegen die Zerstörung der Weltmeere und des gesamten Ökosystems zu leisten.
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